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Klingt alles nach sprödem Durchschnitt? Mag sein, wäre da nicht meine „Inselbegabung“. Mir reicht es einfach komplett, in zwei, drei Sachen gut zu sein. Sollen sich die Anderen um die Krone für das leckerste Gericht, den raffiniertesten Rotwein und den perfekten Röstgrad ihres Flat White streiten. Ich weiß, dass meine Freund:innen an mir meinen Humor schätzen, dass sie wissen, dass auf mich Verlass ist und dass es mir eine tiefe Zufriedenheit bereitet, an Texten zu arbeiten. Mehr brauche ich gar nicht. 

Und außerdem will ich einfach in meiner Freizeit nichts müssen, denn funktionieren, müssen wir eh alle schon genug. Nennt mir eine:n, dessen To-do-Liste nicht aus allen Nähten platzt, neben der Arbeit wollen wir Freund:innen treffen und auch die Verwandtschaft freut sich über Aufmerksamkeit. Dann noch Arztbesuche, Termine beim Bürgeramt – es reicht. Und weil ein Lob der Mittelmäßigkeit auch immer ein Plädoyer für Genügsamkeit ist, liege ich, ohne es darauf angelegt zu haben, voll im Trend. Mir genügt es voll und ganz, anderen dabei zuzusehen, wie sie sich über ihre Freizeit definieren, wie sie um Lob buhlen und mit Wissen glänzen wollen, das mich nicht interessiert. Ich versuche bei solchen Gesprächen klug dreinzublicken, stimme zu, sage „so?“, wenn ich glaube, dass es angebracht ist, und denke mir meinen Teil.