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Am Ende läuft es vielleicht – Vorsicht, Hypothese – auf den Showdown zweier Typen hinaus: Zum einen gibt es diejenigen, die in einem Job arbeiten, der ihnen zwar nicht gefällt, der ihnen aber die Sicherheit eines festen Einkommens – und im besten Fall eine Karriere verspricht. Ein Job, der sich positiv im Lebenslauf oder auf dem Konto niederschlägt, der aber nicht mal im Ansatz Glück, Sinn oder Befriedigung stiftet. Und in der Freizeit (über-)kompensiert man diese zermürbende Leere dann. Das „Guck mal, was ich kann“ der unausgeglichenen Millennials.
Tabelle
| Dam2 | |
| Er | Vater |
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Warum Jule an manchen Tagen einfach nicht aus dem Bett kommt, erklärt sie so: Normalerweise zieht bei Menschen jede Tätigkeit im Alltag etwas Energie aus der Batterie, die sie dann im Schlaf wieder voll aufladen können. „Aber meine Batterie ist kaputt. Wenn es gut läuft, kann ich sie auf 50 Prozent aufladen, aber wenn es schlecht läuft, steht sie nur auf 20 Prozent“, sagt sie, und: „Manchmal habe ich nicht mal die Energie, mir morgens die Zähne zu putzen.“ Grund dafür ist das sogenannte Chronic-Fatigue-Syndrom, ein neurologisches Erschöpfungssyndrom, unter dem Jule leidet. Im Laufe ihrer Zwanziger hat sie die Diagnose dafür bekommen, sowie für Multiple Sklerose und Epilepsie. Mittlerweile ist Jule Rentnerin – dabei ist sie erst 30 Jahre alt.
Vor allem die schnelle Erschöpfung habe Jule in die Rente getrieben. Vorher habe sie gerne und viel gearbeitet, als Abteilungsleiterin im Textil-Einzelhandel in Leipzig. Doch mit der Zeit sei es immer anstrengender geworden, den ganzen Tag durch den Laden zu laufen, sagt Jule. Den Heimweg nach der Schicht habe sie oft kaum noch geschafft. Zusammen mit ihrem Partner Sven entschied sie dann: So geht es nicht mehr. Eine schwerwiegende Entscheidung, denn für viele Menschen bedeutet Arbeit viel mehr als nur Geld zu verdienen. Arbeit formt die eigene Identität und die anderen, privaten Lebensbereiche. Das bekam auch Jule zu spüren: „Es fehlen die sozialen Kontakte – und eine Aufgabe zu haben. Ich würde sofort wieder arbeiten gehen, wenn ich könnte.“
Ohne Arbeit fehlt in erster Linie aber das Einkommen. Für Menschen, die wie Jule aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten können, gibt es eine gesetzliche Rente. 2020 bekamen rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland diese Erwerbsminderungsrente, kurz EM-Rente, von der Deutschen Rentenversicherung. 42 Prozent der Anträge wurden allerdings abgelehnt. Das durchschnittliche Eintrittsalter liegt zwar bei 53 Jahren, aber es gibt auch jüngere Menschen, die wie Jule die Rente beantragen. Dabei ist die Höhe der EM-Rente unter anderem vom letzten Gehalt abhängig. Letztes Jahr lag der Durchschnitt des vollen Betrages bei 882 Euro im Monat. Jule bekommt einen etwas höheren Betrag. Für den sei sie auch sehr dankbar, aber ihren normalen Lebensstandard könne sie sich ohne ihren Partner trotzdem nicht leisten.
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- Den vollen Rentenbetrag bekommt man nur,
- wenn man keinen Beruf länger als 3 Stunden pro Tag ausüben kann.
- Wenn man als Handwerker:in zum Beispiel noch in der Lage ist,
- Vollzeit im Kundenservice zu arbeiten,
- gilt man zwar als berufsunfähig,
- aber nicht als erwerbsunfähig.